Straßen-Poesie IV

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Die Straßen-Poet*innen bei den Bücherpiraten begeistern mich immer wieder. In einem meiner Werkstätten hatten sie die Idee, dass der Alltag in einer Stadt besonders im Bus etwas poetische Aufmunterung gebrauchen kann. Sie entschlossen sich, zu „Haltestellen-Spinnern“ zu werden.

Sie schrieben ein Gedicht. Eine Drittel davon je auf eine Papptafel. Die eine Poetin stand an der ersten Haltstelle des Busse. Die nächste an der darauf folgenden und die dritte noch eine Haltestelle weiter.

Immer wenn ein Bus vorbeikam hielten sie ihren Teil des Gedichts hoch. Für alle Fußgänger*innen gab dies Aktion absolut keinen Sinn. Und wie alles, bei dem ein Sinn sich nicht auf dem ersten Blick erschließen lässt, zog das natürlich Kopfschütteln, dumme Sprüche und Anfeindungen nach sich. 

Aber all das lohnte sich für die Momente, in denen ein Bus-„Insasse“ erkannte, was den Fußgänger*innen verborgen blieb. Dafür blieb allen im Bus die Identität der Straßen-Poet*innen verborgen.

 

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