Marktlücke

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Marktlücke (c) Martin GriesIch habe schon vieles ausprobiert. Fürs Kellnern bin ich nicht geschickt genug. Zuviel Bruch. Da blieb nicht viel Lohn. Am Telefon bekomme ich kein zielführendes Wort heraus. Ich finde es befremdlich, mit jemanden zu reden ohne ihn erst einmal kennen zu lernen. Aber für höflichen Smalltalk hatte keiner Verständnis.
Nur beim Einkaufen fühle ich mich zureichend. Ich meine nicht „Shoppen“ – Geldausgeben als Zeitvertreib. Ich meine Einkaufen. Ich hatte nie Probleme, zu erkennen, welche Melone reif ist und welche nicht. Ich sehe, ob ein Stück Käse 220 oder 240 Gramm wiegt und wie lange dieser Schnittlauch noch frisch ist und wann er sich in ein lappiges, stinkendes Gestrüpp verwandelt.
Ich hätte es auch nicht gedacht, aber es läuft wirklich gut mit meinem Kühlschrank-Sitter-Dienst.
Meine Kunden sagen, sie leben jetzt gesünder, kochen interessanter und kaufen günstiger ein.

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