Akribie

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Akribie (c) Martin Gries„So etwas habe ich noch nie gesehen!“
„Hmm.“
„Dieser Coup ist so …“
„So was?
„So ausgegoren.“
„Ausgegoren.“
„Es passt alles zusammen.“
„Warum sollte aus gerechnet ihr…?“
„Ich weiß, ich weiß, das Ding gilt als unknackbar.“
„Da haben sich schon andere daran verhoben.“
„Aber sie hat an alles gedacht! Sieh nur: Diese Recherche.“
„Diese ganzen Zeitungsausschnitte?“
„Sie hat alle Festnahmen gesammelt und jedes Scheitern genaustens analysiert.“
„Schon. Aber warum sollte sie es schaffen? Vor ihr ist da noch keiner durchgestiegen.“
„Um einzusteigen?“
„Genau.“
„Bei ihr macht alles so einen entwirrten Eindruck. Sieh nur diese Pläne.“
„Die kann sie unmöglich haben.“
„Hat sie aber. Und die ganzen Interviews. Sie hat jeden befragt, der dem Ding auch nur nahe gekommen ist.“
„Hat sie sie im Gefängnis besucht?“
„Scheint so. Und die anderen…“
„Die Sicherheitsleute.“
„Genau. Die hat sie abgehört und überwacht.“
„Deshalb dieser ganze Technikkram.“
„Sogar zuhause.“
„Gruselig.“
„Dieser präzise Zeitplan. Sieh nur.“
„In Sekundentakt.“
„Das muss Jahrzehnte gedauert haben, das auszuarbeiten.“
„Mindestens.“
„Fantastisch.“
„Vielleicht zu lange, oder? Was meinst Du sollen wir ihr davon einpacken?“
„Weiß nicht. Alles am besten.“
„Spinnst Du? Hast Du eine Ahnung, wie klein ihr Zimmer im Heim ist? Nimm den Sessel und das Fotoalbum da und pack es ein.“

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